Allerheiligen, Totensonntag und Jahrestage
Lesezeit: 2 min · Aktualisiert: 2026-08-21
Trauer hat ihren eigenen Kalender: die Beisetzung, der erste Jahrestag, die Tage im November. Für eine Familie, die über Länder verteilt lebt, ist das zugleich die Liste der Tage, an denen man sich am weitesten weg fühlt. Das lässt sich aus der Ferne tun.
Allerheiligen und Totensonntag
Das Grab wird hergerichtet, Blumen werden gebracht, ein Licht wird angezündet. Wer es nicht schafft, kann Angehörige um ein Foto des Grabes bitten und zu Hause zur selben Stunde eine Kerze anzünden – der Brauch war nie an den Ort gebunden, sondern daran, dass sich jemand erinnert.
Der erste Jahrestag
Der erste Jahrestag ist meist schwerer, als die Familie erwartet, weil alle anderen längst zum Alltag zurückgekehrt sind. An diesem Tag genügt eine Nachricht: „Ich denke heute an deine Mutter.“ Wer sich das Datum nicht merken möchte, lässt sich per E-Mail erinnern.
Der Geburtstag
Der Geburtstag eines Verstorbenen wird oft übergangen, weil man unsicher ist, ob es willkommen ist. Für die meisten Familien ist es das. Er ist meist leichter als der Todestag – man erinnert sich daran, wer jemand war, nicht daran, wie er gegangen ist.
Wenn die Familie verstreut lebt
Kerzen, Fotos und Erinnerungen verteilen sich heute auf zwanzig verschiedene Chats. Eine Gedenkseite sammelt sie an einem Ort: Der Enkel im Ausland schreibt seine Erinnerung, und die Großmutter zu Hause liest alles am Stück statt in Bruchstücken.
Den Link können Sie danach einfach der Familie schicken.